jsr – Die Varroamilbe, der bedeutsamste Bienenschädling weltweit, ist seit Ende der 1970er Jahre in Deutschland angekommen. Ursprünglich stammt sie aus dem asiatischen Raum, von wo aus sie sich in alle Welt verbreitet hat.

Die Milbe belastet das Volk auf verschiedene Weise. Da sie sich von den heranwachsenden Bienenlarven ernährt, sind die befallenen Bienen weniger leistungsfähig. Außerdem werden durch die Varroamilbe Viren übertragen, sodass bereits wenige Milben ein ganzes Volk infizieren können. Der Parasit schwächt das Bienenvolk immer mehr ab, sodass es sogar zum Verlust kommen kann.

Anders als die östliche Honigbiene (Apis cerana) besitzt die westliche Honigbiene (Apis mellifera)keine Abwehrmechanismen und ist dem Schädling hilflos ausgeliefert. Um die Bienengesundheit trotzdem zu gewährleisten, ist eine Behandlung durch den Imker notwendig.

Hierbei wird zunächst eine Gemülldiagnose durchgeführt. Über 3 Tage verbleibt ein Schieber im Volk, mit dem anschließend der natürliche Totenfall, also die Anzahl der Milben auf dem Schieber, ermittelt wird. Je nach Befallsstärke bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an:

  • Biotechnische Verfahren: Durch Entnahme aller Brutwaben oder Käfigen der Königin wird das Volk brutfrei gemacht. Anschließend wird es mit organischer Säure behandelt. Auch das Schneiden der Drohnenbrut im Frühjahr senkt den Varroadruck.
  • Säurebehandlung: Das Volk wird mit Milchsäure, Ameisensäure oder Oxalsäure behandelt. Je nach Situation gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, teilweise wird auch eine Kombination angewendet.