In 8 Schritten zum Imker

Wenn du schon immer davon geträumt hast, eigene Bienen zu halten und köstlichen Honig zu ernten, bist du hier genau richtig. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige und Notwendige rund ums Thema Imkern – von den grundlegenden Voraussetzungen über die Auswahl der richtigen Ausrüstung bis hin zu wertvollen Tipps für die Pflege deiner Bienen. Lass uns gemeinsam in die faszinierende Welt der Imkerei eintauchen!

Im ersten Schritt musst Du Dir darüber klar werden, warum Du Dich entschieden hast in die Imkerei einzusteigen.

  • Du möchtest etwas gegen das Bienensterben tun
  • Du willst leckeren eigenen Honig ernten
  • Du suchst ein entspannendes Hobby
Die Motivation ist das A und O für einen erfolgreichen Start in die Imkerei. Es muss Dir aber auch von Anfang an klar sein, dass Du als Imker ein Lebewesen pflegst und die Verantwortung trägst sie auch artgerecht zu halten. Lass Dir gesagt sein, Imkern ist mit Arbeit verbunden, aber es macht riesigen Spaß.
Auch in der Imkerei kommt man an einem gewissen Maß an Theorie nicht vorbei, die ein Grundstein für die praktischen Arbeiten ist. Es gibt zahlreiche Bücher die für Einsteiger geeignet sind. Einen optimalen Start erhält man durch das Webinar www.Honigmacher.de. Die Lerneinheiten in dem kostenlosen Webinar sind fachlich fundiert und nach erfolgreichem Selbststudium hat man ein sehr gutes theoretisches Grundwissen erlangt. Der zweite Aspekt ist die praktische Ausbildung, die man mit einem Imkerpaten durchführen sollte. So vermeidet man Anfängerfehler, die durchaus auch zum Verlust eines Bienenvolks führen können. Auch ein Imkerkurs an einer Volkshochschule ist bestens dazu geeignet den Einstieg in das Hobby zu erleichtern. In jedem Fall ist es ratsam Mitglied in einem Imkerverein zu werden, um an dem Schwarmwissen anderer teilzuhaben und in einer Gemeinschaft Unterstützung zu finden.

 

Wenn Du Dich entschieden hast mit dem Imkern zu starten, wird es Zeit sich mit der Planung des eigenen Imkerstandorts zu beschäftigen. Hier kommen gleich weitere Fragenstellungen auf Dich zu:
  • Wo kann und darf ich mein Bienenvolk aufstellen ?
    Der Standort ist eine wichtige Komponente, die nicht nur die Gesundheit der Bienen beeinflusst, sondern auch unter Umständen das Verhältnis zu Deinen Nachbarn. Wenn man sein Bienenvolk also im heimischen Garten pflegt, sollte man das mit den direkten Nachbarn absprechen um Ärger zu vermeiden. Rechtlich gibt es zumindest in Hessen keinen Hinderungsgrund ein Bienenvolk im Garten zu haben. Für die Bienen ist es von Vorteil einen Standort zu wählen der nicht der direkten und dauerhaften Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Allerdings auch kein Vollschatten oder Kältesenke. Das Flugloch sollte idealerweise in Richtung Süden zeigen und eine Wasserquelle muss in der Nähe vorhanden sein, bzw. zur Verfügung gestellt werden.
  • Welche Aufstellungsart bevorzuge ich ?
    Der sogenannte Beutenbock sollte so gewählt werden, dass man komfortabel und Rückenschonend am Bienenvolk arbeiten kann. Die Auswahl geht von einfachen Holzpaletten, über eigene Konstruktionen zu „Designer“ Beutenböcken aus dem Imkerbedarfshandel. Hier spielt der eigene Geschmack eine Rolle, die Funktion erfüllen alle Varianten und dem Bienenvolk ist es völlig egal worauf es thront.
  • Wo kann ich mein Material lagern ?
    Mit nur einem Bienenvolk ist das benötigte Material und der Platzbedarf dafür noch überschaubar und dürfte in fast jeden Keller, Schuppen oder Garage passen. Wird der Bienenstand mit der Zeit aber größer, dann wird zwangsläufig auch mehr Material benötigt, das auch gelagert werden will. Auch hierüber muss sich der ambitionierte Hobbyimker Gedanken machen.
  • Welches Beuten-/Rähmchenformat bevorzuge ich ?
    Diese Fragestellung beinhaltet auch die angedachte Betriebsweise. Ein Anfänger kann dies in der Regel nicht direkt beantworten, was auch völlig normal ist. Aus diesem Grund wird in den meisten Fällen das Beutensystem des Imkerpaten zum Start gewählt. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Entscheidung fürs Leben. Sobald man die erste Erfahrung gesammelt hat, lässt sich in einer kleinen Hobbyimkerei  die Betriebsweise und damit verbunden auch die Beute und das Rähmchenformat noch anpassen.
  • Wo bekomme ich mein erstes Bienenvolk her ? 
    Wer in einem Imkerverein organisiert ist, kann in aller Regel von Vereinskollegen Bienenvölker bekommen. Auch bei uns versuchen wir den Bedarf aus den eigenen Reihen zu decken. Das Bestellen von Völkern über das Internet oder sogar Ausland lehnen wir strikt ab! Das Risiko, dass mit den Bienen auch Krankheiten oder Schädlinge eingeschleppt werden, ist enorm. Deshalb der dringende Appell Bienenvölker nur von bekannten Personen zu kaufen und auch dann nur mit einer aktuellen Seuchenfreiheitsbescheinigung.
  • Welche Materialien und Werkzeuge benötige ich ?
    Neben den Grundwerkzeugen in der Imkerei die jeder Imker benötigt, gibt es noch zahlreiche andere Gerätschaften, die allerdings für den Start noch nicht erforderlich sind. Eine ganze Branche lebt davon – der Imkereibedarfshandel.
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Nachdem man nun alles geklärt, gekauft und geplant hat, kann es endlich losgehen. Aber wie genau geht das denn nun? Wer einen Grundkurs besucht hat, konnte schon die ersten Blicke in ein Volk werfen und auch schon die ersten Arbeiten durchführen. Wer das nicht konnte, dem empfehlen wir dringend Mitglied in einem Imkerverein zu werden und dann gemeinsam mit einem Imkerpaten die praktischen Arbeiten am Volk zu erlernen. Der beste Einstieg ist das Frühjahr, kurz nach der Auswinterung wenn Jungvölker und Ableger zu bekommen sind. Dann hat der Anfänger das ganze „Bienenjahr“ vor sich und kann am Ende des Sommers seinen ersten eigenen Honig ernten.

Das Beutensystem wird eine der ersten Anschaffungen für das neue Hobby sein. Ein Komplettset kostet zwischen ca. 150 und 170 Euro. Für das Bienenvolk das zukünftig in der Beute leben wird, muss man zwischen 120-150 Euro kalkulieren. Für die Anschaffung der grundlegenden Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände, wie Imkeranzug, Handschuhe, Stockmeißel, Smoker, Rähmchen, Mittelwände, usw. werden rund 200 Euro fällig. Die Liste der Artikel und Waren, die ein Imker braucht, ist schier endlos. Dabei muss man allerdings auch sagen, dass viele Dinge und Gerätschaften nicht von Anfang an unbedingt benötigt werden, sondern auch später dazu gekauft werden können.

Als Mitglied in einem Imkerverein erhält man eine Einschätzung, was man für sein erstes Bienenvolk benötigt wird und was nicht. Neben den einmaligen Anschaffungskosten entstehen für jedes Bienenvolk auch wiederkehrende Ausgaben durch Verbrauch. So muss jedes Jahr neben dem Futter für die Überwinterung auch die Varroabekämpfung  gesorgt werden. Die genannten Preise sind nicht verbindlich und sollen nur eine grobe Orientierung geben.

Als Vereinsmitglied ist ein Jahresbeitrag an den Imkerverein zu entrichten (Beitragsübersicht). Neben dem Beitrag für den Imkerverein sind Abgaben an den Landesverband Hessischer Imker e.V. und dem Deutschen Imkerbund e.V. die weiteren Bestandteile. Als Gegenleistung sind die Vereinsmitglieder in deiner Imkerglobalversicherung versichert, beitragsfrei in der hessischen Tierseuchenkasse registriert und erhalten eine Ermäßigung bei den Fortbildungskursen des Landesverbands.

Jeder Imker:in ist verpflichtet die Bienenhaltung bei seinem zuständigen Veterinäramt anzumelden. In unserem Kreis geschieht das durch eine einfache Email unter Angabe der Personalien, der Anzahl der Bienenvölker, deren Standort und Herkunftsort der Bienen. Unter Umständen wird die Vorlage einer Seuchenfreiheitsbescheinigung für das Bienenvolk gefordert. Imker:innen die nicht Mitglied in einem Imkerverein ist, müssen Ihre Bienenhaltung auch bei der Tierseuchenkasse anzeigen.

Ja, leider. Das neue EU-Recht sieht vor, dass jeder Imker, ob Hobby oder Beruf eine sogenannte Betriebsnummer (Registriernummer) benötigt. Diese Betriebsnummer wird inzwischen bei vielen Interaktionen abgefragt und muss auch dem Veterinäramt bekannt gemacht werden. Woher man diese Betriebsnummer bekommt, kann von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich sein, deswegen muss man hier bei seinem zuständigen Veterinäramt nachfragen. Bei uns im Kreis Groß-Gerau bekommt man seine Betriebsnummer vom HVL in Alsfeld zugewiesen. Das erforderliche Formular bekommt man auf Nachfrage bei uns.

Herzlichen Glückwunsch, wenn Du bis hierher durchgehalten hast. Du hast jetzt das Rüstzeug um Imker zu werden und wenn Du das Erlebnis Imkern in einer tollen Gemeinschaft erleben willst, dann werde bei uns im Verein Mitglied.